Ein Bericht von Alex Gschiel – Schach-Tennis-Weltmeister!

Knapp vor meinem Abflug nach Amerika (ich habe ein Stipendium für das St.Mary’s College in Kalifornien) konnte ich mir noch den Titel holen! Sieg bei der Schach-Tennis-WM und damit Weltmeister!
Am 8. und 9. – August fand die diesjährige Schach-Tennis-WM im deutschen Baden-Baden statt. Nach meinem Antreten 2024 (2. Platz) gab es für mich diesmal nur ein Ziel: ich wollte Weltmeister werden.

Den Spielmodus kannte ich bereits: In der Vorrunde wird ein Match-Tiebreakturnier (7 Runden) sowie ein Schnellschachturnier über 7 Runden (Bedenkzeit 15 Minuten) gespielt. Es geht in der Vorrunde vor allem darum, in beiden Sportarten möglichst viele Duelle zu gewinnen, um unter die besten 4 aus beiden Disziplinen zu kommen und damit ins Halbfinale aufzusteigen.
Beim Tennis war ich der klare Favorit, die 7 Punkte, die beim Tennis zu holen sind, sollten mir also sicher sein. Beim Schach war schon aufgrund der Starterliste klar, dass es hier weit schwieriger werden würde, zu punkten, waren doch ua auch Titelträger(2 Großmeister – kurz GM, 2 Internationale Meister – kurz IM) im Feld.
Ich schaffte beim Tennis (erwartungsgemäß) 7 aus 7 Punkten, aber auch beim Schach schlug ich mich mit 4,5 aus 7 Punkten richtig gut, obwohl ich bereits in der Vorrunde aufgrund der Auslosung gegen beide GM‘s sowie einen der beiden IM‘s ran musste. Ich schloss nach richtig guter Performance die Vorrunde mit 11,5 Punkten insgesamt und aufgrund der Zweitwertung an Position 1 gereiht, ab, punktegleich mit GM Tregubov aus Frankreich.
Ab dem Halbfinale wird bei der Schach-Tennis-WM im direkten Duell abwechselnd Schach und Tennis gespielt (immer 6 Minuten Schach, dann 6 Punkte im Tennis usw), wobei derjenige gewinnt, der zuerst 18 Punkte im Tennis geschafft hat oder den anderen Schachmatt setzt.
Im Halbfinale wurde mir der zweite GM aus dem Teilnehmerfeld, GM Machel Boyer, zugelost, keine einfache Aufgabe. Nach mehrmaligem Wechsel zwischen den beiden Disziplinen stand es im Tennis bereits 17:1 für mich, als ich meinen Gegner auch im Schach so in Bedrängnis bringen konnte, dass dieser knapp vor dem Schachmatt aufgab. Damit war das Finalticket für mich gebucht.
Im Finale wartete mit IM Gatineau ein weiterer Franzose, der im anderen Halbfinale GM Tregubov besiegen konnte.
Nach einem 12:0 Rückstand im Tennis passierte meinem Gegner mit dem Rücken zur Wand und in Zeitnot im Schach dann ein folgenschwerer Fehler, den er nicht mehr reparieren hätte können, sodass auch dieser Gegner vorzeitig aufgab.
Ziel erreicht: Der Titel war somit in der Tasche.

Alex Gschiel

https://chesstennis.wordpress.com/alexander-gschiel-gewinnt-die-8-offene-weltmeisterschaft-im-schach-tennis-souveran/